Wenn ich am Meer bin, schaue ich oft lange den Wellen zu.
Sie kommen und gehen. Manche rollen fast lautlos ans Ufer, andere brechen mit grosser Kraft. Mal wirkt das Meer ruhig und gelassen, kurze Zeit später lebendig und ungestüm. Und doch gehört alles zusammen.
Irgendwann ist mir aufgefallen, dass mich dieses Bild an das Lachen erinnert.
Auch das Lachen hat keine feste Form. Es kann leise beginnen, sich langsam entfalten oder ganz plötzlich zu einer Lachwelle werden, die kaum mehr aufzuhalten ist.
Das Meer erwartet nicht, dass jede Welle gleich aussieht. Warum erwarten wir das manchmal von unserem Lachen?
Beim Lachyoga erlebe ich immer wieder, dass Menschen ganz unterschiedlich lachen. Manche zunächst vorsichtig und zurückhaltend, andere laut und herzlich. Mit der Zeit entsteht daraus oft ein gemeinsamer Rhythmus – so selbstverständlich, wie sich auch die Wellen des Meeres ihren Weg ans Ufer suchen.
Seit dieser Beobachtung sehe ich Meer und Lachen mit anderen Augen. Beide erinnern mich daran, dass Lebendigkeit keine feste Form kennt.