Unser Leben braucht Struktur. Wir übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen und planen unseren Alltag. Das ist wichtig.
Und trotzdem gibt es diese anderen Momente – wenn wir spontan sind, etwas einfach ausprobieren oder lachen, ohne darüber nachzudenken, wie wir dabei wirken.
Als Kinder fällt uns das oft leichter. Wir spielen, entdecken, staunen – und sind ganz bei dem, was gerade passiert.
Mit den Jahren verschwindet diese Fähigkeit nicht. Aber sie bekommt oft weniger Raum. Aufgaben, Erwartungen und Gewohnheiten werden wichtiger, und vieles läuft nach festen Mustern.
Im Lachyoga begegnet mir dafür immer wieder ein schöner Begriff: kindliche Verspieltheit.
Anfangs wusste ich zwar, was damit gemeint war. Aber wie findet man als erwachsener Mensch wieder Zugang dazu?
Vielleicht beginnt der Zugang genau dort, wo für einen Moment nicht schon vorher feststeht, was passieren soll.
Beim Lachyoga beginnen wir mit einfachen Übungen und bewusstem Lachen. Manches kann sich zuerst ungewohnt anfühlen. Doch je mehr man sich darauf einlässt, desto weniger wichtig wird die Frage, wie es aussieht oder ob man es „richtig“ macht.
Und irgendwann passiert etwas Interessantes: Das Lachen wird spontaner. Man reagiert auf die anderen, auf einen Blick, eine Bewegung, einen unerwarteten Moment – und plötzlich ist da dieses Spielerische wieder.
Nicht, weil wir es herstellen mussten. Sondern weil wir ihm Raum gegeben haben.
Vielleicht bedeutet kindliche Verspieltheit gar nicht, wieder Kind zu sein. Sondern sich als Erwachsener hin und wieder zu erlauben, neugierig zu sein, etwas ohne festen Plan auszuprobieren und zu sehen, was daraus entsteht.
Für einen Moment treten Aufgaben, Erwartungen und das ständige Vorausdenken in den Hintergrund. Sie sind nicht verschwunden und auch nicht weniger wichtig – aber vielleicht muss auch nicht jeder Augenblick schon vorher eine Richtung haben.
Was kann entstehen, wenn für einen Moment nicht alles festgelegt ist? Manchmal ist es nur etwas Kleines: ein unerwartetes Lachen, eine neue Idee, ein anderer Blick auf etwas Vertrautes.
Und vielleicht beginnt genau dort die Freude am Entdecken.